Aktuelle rechtliche Situation bei Feuchteschäden in Gebäuden

Feuchteschäden und Schimmelpilzbelastungen in Wohnungen führen immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter. Dabei geht es zunächst um die Frage, ob falsches Lüftungsverhalten der Mieter oder Gebäudemängel zu den Schäden geführt haben.

 
Nachfolgend werden einige, wichtige Aspekte der aktuellen Rechtsprechung vorgestellt: 
 
Die Beweispflicht des Mieters und die Haftung des Vermieters

  • während der Mieter den Nachweis einer Schimmelpilzbelastung zu führen hat, muss der Vermieter nachweisen, dass das Gebäude ausreichend gedämmt ist und über eine funktionierende Heizungsanlage verfügt.
     
  • erst nach diesem Vermieter-Nachweis wird von den Gerichten geprüft, ob ein unangemessenes Lüftungsverhalten der Mieter Ursache für die Feuchteschäden ist.
     
  • kommt es zur fristlosen Kündigung des Mieters auf Grund der Gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzbelastung trägt der Vermieter im Haftungsfall neben den Kosten für eine teurere Ersatzwohnung auch mögliche Arztkosten, den Verdienstausfall und Schmerzensgeldforderungen des Mieters.
     
  • wird ein Gebäude nachträglich gedämmt oder dichtschließende Fenster eingebaut muss der Mieter „sachgerecht und präzise“ über die erforderlichen Maßnahmen zur ausreichenden Lüftung der Mieträume informiert werden.

Haftungsrisiken für Planer und ausführende Unternehmen 

  • kommt es in Folge einer Sanierungsmaßnahme zu Feuchteschäden, tragen sowohl der Planer als auch die ausführenden Unternehmen ein Haftungsrisiko, wenn es versäumt wurde, den Vermieter umfassend und fachgerecht auf mögliche Risiken hinzuweisen.